Musterunterbrechung

Musterunterbrechung: die heilsame Störung automatisierter Abläufe

Wozu eine Musterunterbrechung?
Menschen handeln nach Mustern.
Muster sind nützlich, wenn es z.B. um den geordneten Tagesablauf geht.
Es ist natürlich sinnvoll zu wissen, wer die Kinder zur Schule bringt, wie man zum Badezimmer gelangt, in welchem Schrank die Handtücher liegen und wo das Geschirr steht. Darüber braucht man sich keine Gedanken zu machen, und das ist gut so.
Muster haben etwas mit Ordnung zu tun.
Intensiv gepflegte Ordnungen können zu Ordnungssystemen werden, auch im Hinblick auf Gedanken und Handlungen.
Manche solcher Ordnungssysteme wirken sich ungünstig aus, weil sie wenig Spielraum zulassen.

Ungeahnte Folgen können solche Ordnungssysteme, Denk- und Verhaltensmuster haben, denen Menschen folgen, ohne sie erkannt zu haben:
• Interaktionsmuster in sozialen Beziehungen und an Arbeitsstätten (Was unternimmt A, um bei B so zu wirken, wie A meint, es würde von B erwartet?)
• Denkmuster hinsichtlich ihrer Lebensaufgaben (tatsächliche und eingebildete, z.B. „Ich als eine, die immer für alle da sein sollte …“)
• Überzeugungen (häufig von anderen übernommen) in bezug auf ihre Rolle („Ich muß mich beweisen / verteidigen …“)
• Vermeidungshaltungen
• unerreichbare Ziele, für die alle Zeit und Kraft geopfert wird

Vielen nützlichen Denk- und Handlungsmustern wird (aus ökonomischen Gründen) automatisch gefolgt (Nahrungsbeschaffung, Körperpflege, Interaktionsregeln).

„Das haben wir schon immer so gedacht und gemacht“ ist eine der stärksten Stabilisierungsformeln, auch für Problme.
Deshalb kommt es in der Beratung oft zu großer Verwunderung, wenn ungünstig wirkende Denk- und Handlungsmuster entdeckt und in Frage gestellt werden.

Jede noch so kleine Musterunterbrechung, z.B. eine Infragestellung, bewirkt einen Unterschied zum bisherigen Denkmodell. Wer ein Denk- oder Verhaltenskarussell von außen bei der Fahrt beobachten kann, sitzt bereits nicht mehr hilflos darin.

In meiner Beratung geht es grundsätzlich um kleine und kleinste Musterunterbrechungen.
Alles andere würde nur in weitere Leistungstunnel führen.

Die „unumkehrbare Entscheidung, ab sofort und für immer etwas Entscheidendes ganz anders zu machen“, ist die Fortsetzung eines altbekannten Musters, das i.d.R. dazu führt, daß alles so bleibt, wie es immer schon war. Seit langem eingespielte Denk- und Handlungsmuster haben eine eigene Dynamik, gegen die nicht anzukommen ist. Überhaupt geht gar nichts „gegen“, sondern nur mit. Wenn eine Musterunterbrechung zum ersten Mal gelungen ist, so ist dieses erste Mal als erstes Mal zu benennen. Ein erstes Mal heißt, daß es ein zweites und ein drittes Mal geben kann. Und es heißt gleichzeitig, daß Ausflüge ins etablierte, immer noch stabile Muster jederzeit möglich und vor allem erlaubt (!) sind.

Eine kleine Veränderung kann eine starke Musterunterbrechung sein

Gute Erfolge erzielt man, wenn man die Dynamik bestehender Prozesse nützt und kleine Variationen / Veränderungen integriert. Bei einem Manager, der sich über exzessives Arbeiten ständig Daseinsberechtigungen „einkauft“, kann man über einen erweiterten Blick auf seine Existenz und die Frage, was Existenz über das Wirtschaftliche hinaus bedeuten kann, kleine Unwuchten in die Handlungsmuster einbauen, so daß das bisherige Verhalten nicht mehr automatisch ablaufen kann. Schon die Bewußtmachung von Handlungsmustern ist eine Musterunterbrechung. Während ich mich bei einem Verhalten beobachte, bin ich dem Verhalten nicht mehr ausgeliefert.

Wenn in der Überschrift von „heilsamer Störung automatisierter Abläufe“ die Rede ist, so ist damit z.B. die Aufmerksamkeit gemeint, mit der Unbewußtes aus der Versenkung geholt wird. Auch minimale Handlungsveränderungen bzw. -ergänzungen haben ihre Wirkung. „Heilsame Störung“ deshalb, weil es dann zu wünschenswerten Veränderungen kommen kann, wenn ein negativ wirkendes System in seiner vermeintlichen Macht geschwächt wird.

Die Macht, die ein Verhaltensmuster hat, ist stets eine von innen erteilte Macht, keine von außen vorgegebene. Manchen Klienten erscheint dies auf den ersten Blick unerhört, doch dieser Blick kann nach kurzer Zeit zu einer Befreiung führen und zur Bereitschaft der Perspektivenveränderung.

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So einfach kann es sein. Komplexes unkompliziert auflösen.

Wenn es an einer Stelle zu komplex im Leben geworden ist, kann Einfachheit einen Unterschied machen. Wenn zu viele Denkprozesse ablaufen und am Ende auch noch Denkprozesse über die Denkprozesse stattfinden, die ihrerseits mit anderen Menschen beraten und gegeneinander abgewogen werden, gerät das Handeln aus dem Blickfeld. Der nächste Schritt rückt in die Ferne, und Stillstand macht sich breit.

Wo sich Stillstand breitgemacht hat, ist ein erster Schritt das Mittel der Wahl. Gedanken über den ersten kleinen Schritt kann man sich dann nach dem ersten Schritt machen. Meine Erfahrung ist: Wenn ein Mensch sich außer Stande sieht, Aufgaben zu bewältigen, so gebe ich ihm eine Aufgabe, die er bewältigen kann. Somit ist der betreffende Mensch bereits im Handlungsmodus. Den Müll raustragen, den Schreibtisch freiräumen: das sind kleine Handlungen, die in Bewegung bringen können.

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